Osmoseanlagen und Umkehrosmoseanlagen – Wo liegt der Unterschied?

11. December 2018

Wasser, gesünder durch Osmoseanlage?

Was ist Osmose?

Bei der Osmose gelangt eine Flüssigkeit durch eine halbdurchlässige Membran, wobei lediglich das Lösungsmittel (zum Beispiel Wasser) ohne die in ihm gelösten Stoffe hindurch gelassen wird. Grundlage ist ein angestrebter Konzentrationsausgleich zwischen dem Innen- und Außenraum der Membran. Die Osmose funktioniert also solange, bis auf beiden Seiten die gleiche Konzentration an gelösten Teilchen vorliegt.
Wichtig ist dabei, dass das Lösungsmittel immer von der Seite mit der niedrigeren Konzentration in Richtung der höheren Konzentration fließt.
In der Natur wird Osmose häufig von Pflanzen betrieben, um Wasser gegen die Schwertkraft in höher gelegene Pflanzenteile transportieren zu können.
Osmose kann aber auch in der Technik verwendet werden, zum Beispiel in Osmosekraftwerken.

Umkehrosmose

Bei der Umkehrosmose wird das Prinzip der Osmose einfach umgekehrt. Das heißt, hier geht es nicht darum, eine Flüssigkeit von seinen gelösten Stoffen zu befreien, sondern um die Konzentration von bestimmten Substanzen zu erhöhen. Beispiele hierfür sind die Herstellung von Fruchtsaftkonzentraten, Most oder Proteinpulvern.

Osmoseanlagen und Umkehrosmoseanlagen

Osmoseanlagen und Umkehrsomoseanlagen unterscheiden sich lediglich durch den Namen.
Eine Osmoseanlage arbeitet immer nach dem Prinzip der Umkehrosmose.
Durch den Konzentrationsunterschied der beiden Lösungen entsteht ein osmotischer Druck, der das Lösungsmittel auf die Seite der höheren Konzentration zieht.
Wenn der aufgewendete Druck nun höher ist, als der natürliche Osmosdruck, dann kann das Lösungsmittel vom Bereich der höheren Konzentration auf die Seite der niedrigere Konzentration fließen.
Auf die Art lässt sich zum Beispiel Wasser von Salzen, Bakterien, Viren, einem Überangebot an Kalk oder giftigen Schwermetallen befreien.
Je größer der Konzentrationsunterschied zwischen den Flüssigkeiten auf beiden Seiten der Membran, desto höher ist auch der osmotische Druck und entsprechend groß muss auch der Druck sein, der von außen auf das System wirkt.
Natürlich muss bei dem ganzen Verfahren darauf geachtet werden, eine ausreichend stabile Membran zu verwenden, die dem Druck auch stand hält. Häufig verwendet man speziell dafür hergestellte Kunststoffmembranen.
Damit das ganze System nicht irgendwann zum Stillstand kommt, da auf beiden Seiten eine gleich hohe Konzentration herrscht, muss das Konzentrat abgeführt werden. Bei der Verwendung einer Anlage für den Hausgebrauch kann dies einfach über den normalen Abfluss erfolgen.
Beispiele für Umkehrsosmoseanlagen sind Entsalzungsanlagen am Meer oder auch die Trinkwasseraufbereitungsanlagen in den Städten.
Aber auch für Zuhause gibt es mittlerweile solche Geräte zu kaufen, zum Beispiel um Wasser für ein Aquarium aufzubereiten oder zum zusätzlichen Reinigen von Leitungswasser.
Natürlich kann man auf die Art keine 100 Prozent reines Wasser erzeugen. Einige kleinere Teilchen schaffen es trotzdem mit auf die andere Seite.

Generell ist eine Osmoseanlage immer eine Umkehrosmoseanlage, da sie immer nach dem oben beschriebenen Prinzip arbeitet. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich aber der Begriff Osmoseanlage eingebürgert, da die Umkehrosmose kein natürlicher Prozess und daher weniger bekannt ist.
Wer im Internet nach Osmose- oder Umkehrosmoseanlage sucht, kommt aber immer zu den gleichen Produkten. Die Hersteller sind mit beiden Begriffen vertraut.